Fragen und Antworten

Welche nationalen und internationalen Vorschriften sind einzuhalten?

  • Europäische Norm EN115
    entsp. BS5656 
  • Bauordnung der Länder (Deutschland) 
  • Unfallverhütungsvorschrift VBG1
    Richtlinie der Berufsgenossenschaft (Deutschland) 
  • Arbeitsstättenverordnung (Deutschland) 
  • EG-Maschinenrichtlinie 98/37/EG 
  • EG-Niederspannungsrichtlinie 73/23/EWG 
  • VDE-Vorschriften
    Europäische Normen der CEN/CENELEC für die Elektroinstallation 
  • Richtlinie über die Elektromagnetische Verträglichkeit 89/336/EWG 
  • EMV EN12015 und EN12016 
  • ANSI 17.1 bzw. CSA (Amerika und Kanada) 
  • AS (Australien) uva.

Was ist die EN 115?

Die europaweit geltende harmonisierte Norm zum Bau und Einbau von Fahrtreppen und Fahrsteigen. In vielen Ländern in ähnlicher Form übernommen. Im englischen Sprachraum als BS5656 gültig.

Welche Abnahmeprüfungen sind erforderlich?

Alle Fahrtreppen und Fahrsteigen können z.B. durch den TÜV abgenommen werden. Bei der Erstprüfung wird eine Bremsprüfung mit Belastungsgewichten durchgeführt.
Da unsere Fahrtreppen mit Schwungmassen ausgerüstet sind, entsprechen sie dem Hüllkurvenverfahren, bei dem auf Wiederholungsprüfungen mit Belastungsgewichten verzichtet werden kann. Dies gilt nicht für die Fahrtreppe Velino.

In Kanada und den USA sind unsere Fahrtreppen und Fahrsteige CSA-geprüft.

Sie erhalten selbstverständlich alle für eine Abnahme erforderlichen Zertifikate von uns. 

Warum Fachwerk-Hauptträger?

Fachwerkträger zeichnen sich durch eine leichte Bauart bei gleichzeitig hoher Steifigkeit aus. Da wir keine Rohrprofile verwenden, ist gewährleistet, dass überall Farbe bzw. optional Zink auf den Stahlprofilen vorhanden ist. Somit ergibt sich ein optimaler und langlebiger Korrosionsschutz.

Was ist der Auflagerabstand?

Der Auflagerabstand wird bei Fahrtreppen und Fahrsteigen horizontal von Auflagerkante bis Auflagerkante gemessen. Die in unseren Einbauzeichnungen angegebenen Toleranzen sind einzuhalten. Zusätzlicher Raum für die Montage der Fahrtreppen bzw. Fahrsteige ist in der Regel nicht erforderlich.
Zwischen Fahrtreppen- bzw. Fahrsteig-Längsseite und Mauerwerk muß ein 30 mm großer Spalt bleiben, um eine ordnungsgemäße Montage zu gewährleisten.

Wie erfolgt der Anschluß der Abdeckplatten an das Bauwerk?

Durch eine elastische Fugenmasse

Können Sprinklerleitungen vorgesehen werden?

Alle Fahrtreppen und Fahrsteige von ThyssenKrupp können mit einer Sprinklerleitung versehen werden. Die Auslässe (Sprinklerköpfe) sind bauseitig zu stellen und montieren.

Was sind Horizontalausläufe?

An den Ein- und Ausgängen der Fahrtreppen werden die Stufen bzw. Paletten noch ein Stück horizontal geführt, bevor sie in die Kämme einlaufen. Im Bereich der EN 115 sind für Fahrtreppen bis 6,00 m Förderhöhe und einer Geschwindigkeit von v=0,5 m/s zwei Stufen Horizontalauslauf gefordert. Zwei Stufen entsprechen 800 mm. Bei höheren Maßen werden 3 Stufen (= 1200 mm) Horizontalauslauf gefordert.
Wir empfehlen für Verkehrsanlagen bzw. Fahrtreppen mit Gepäckwagentransport 4 Stufen Horizontalauslauf (=1600 mm) und einen Übergangsradius von 2600 mm oben und 2000 mm unten.
Der Horizontalauslauf ermöglicht es dem Benutzer, die Ein- und Ausgänge der Fahrtreppen/-steige bequemer zu passieren.

Was sind Übergangsradien?

Als oberer bzw. unterer Übergangsradius wird der Bogen bezeichnet, den die Stufen oder Paletten beim Übergang vom geneigten zum horizontalen Weg beschreiben. Die Maße sind modellabhängig. Je größer der Radius, desto angenehmer ist der Übergang für den Benutzer.

Welche Geschwindigkeiten sind möglich?

In Europa und Amerika ist die Geschwindigkeit von v=0,5 m/s am gebräuchlisten. Desweiteren können Sie Fahrtreppen mit Geschwindigkeiten von v=0,65 m/s und v=0,75 m/s optional erhalten. Bitte beachten Sie, dass nach EN115 bei  Geschwindigkeiten über v=0,5 m/s 3 Stufen Horizontalauslauf erforderlich sind und ein maximaler Neigungswinkel von 30° zulässig ist. Bei Geschwindigkeiten über v=0,65 m/s erhöht sich die Zahl der erforderlichen Auslaufstufen auf vier.

Was bedeutet "Bremsen entsprechend dem Hüllkurvenverfahren" (nur in Deutschland und Österreich)?

Da unsere Fahrtreppen mit Schwungmassen auf den Antrieben ausgerüstet sind, die als Energiespeicher beim Bremsen dienen, ist die Belastung auf dem Stufen- bzw. Palettenband für den Bremsweg von geringer Auswirkung. Somit bewegen sich unsere Bremswege im Zusammenspiel mit großzügig dimensionierten Bremsen immer in den durch die EN 115 geforderten Grenzen. Damit ist es ausreichend, bei einer Wiederholungsprüfung die Leerbremswege zu messen. Auf das aufwändige Prüfen mit Belastungsgewichten kann somit bei Wiederholungsprüfungen – im Bereich der EN 115 – verzichtet werden.
Fahrsteige benötigen nach EN 115 keine Bremswegprüfung. Die der technischen Dokumentation beiliegende Bremsberechnung ist für die Abnahme ausreichend.

Welche Auflager sind bauseitig zu erstellen?

Die Auflager für Fahrtreppen und Fahrsteige bestehen aus einer rechteckigen Aussparung, die waagerecht und eben über die Fahrtreppen- bzw. Fahrsteigbreite auszuführen ist. Verschraubungen der Auflager sind im Regelfall nicht notwendig. Die Auflager müssen in der Lage sein, die von uns angegebenen Auflagerlasten zu tragen.

Was sind Zwischenauflager?

Zwischenauflager kommen zur Anwendung, wenn der horizontale Auflagerabstand die modellabhängigen, maximalen Längen übersteigt. Die Zwischenauflager bestehen aus einer Fläche, die waagerecht und eben über die Fahrtreppen- bzw. Fahrsteigbreite auszuführen ist. Die Zwischenauflager müssen in der Lage sein, die von uns angegebenen Auflagerlasten zu tragen.

Wie kann ich die Auflagerlasten ermitteln?

Für ein großes Förderhöhenspektrum können Sie die Auflagerlasten bei entsprechenden Breiten und Neigungswinkel ermitteln. Verwenden Sie einfach unseren Konfigurator.

Was sind Abweiser?

Abweiser sind immer dann erforderlich, wenn die Gefahr besteht, dass eine Einklemmgefahr für Personen besteht.

Decken- und Kreuzpunktabweiser:
Eine solche Gefahr besteht insbesondere dort, wo die Fahrtreppe oder der Fahrsteig durch die Deckenöffnung geführt wird bzw. sich die Anlagen kreuzen.

Seitenbalustraden:
Zusätzliche Seitenbalustraden oder Geländer sollen verhindern, daß Personen an der Balustraden-Außenseite hinaufsteigen können.

Zwischenbalustraden:
Bei nebeneinander liegenden Fahrtreppen bzw. Fahrsteigen mit mehr als 120 mm Abstand zwischen den Balustraden ist eine Zwischenbalustrade erforderlich.

Was ist bei Wartungsräumen zu beachten?

Alle ThyssenKrupp-Fahrtreppen und -Fahrsteige sind mit EN 115-konformen Wartungsräumen von mindestens 500 x 600 mm ausgestattet. Die Antriebe liegen sämtlich vor dem Stufen- und Palettenband. Somit ist es nicht erforderlich, zu Wartungs- oder Reparaturzwecken Stufen oder Paletten zu demontieren. Durch dieses System wird die Unfallgefahr minimiert und Wartungszeiten verkürzt.

Wie wird verhindert, daß Schwingungen auf das Gebäude übertragen werden?

Durch zwei Dämpfungsunterlagen an jedem Auflager.